Polarexpedition Jan Mayen

Sail-and-Ski-Expedition auf die Arktisinsel Jan Mayen

mit Besteigung des Vulkans Beerenberg

 

Im Mai 2026 konnte ich ein außergewöhnliches Expeditionsprojekt erfolgreich abschließen: Gemeinsam mit einem sechsköpfigen Team bestieg ich den Beerenberg (2.277 m) auf der abgelegenen Arktisinsel Jan Mayen — den nördlichsten aktiven Vulkan der Erde. Die zu Norwegen gehörende Insel liegt rund 350 Seemeilen nördlich von Island und zählt zu den entlegensten Orten Europas. Bereits die Anreise wurde zur ersten Herausforderung.

 

Fünf Tage durch Sturm und hohe See

Die Expedition begann mit einer fünftägigen Hochseeüberfahrt an Bord eines eisverstärkten Expeditionsseglers durch die raue Arktische See. Hohe Wellen, starker Wind, Kälte, permanente Feuchtigkeit und Seekrankheit bestimmten den Alltag an Bord. Die Überfahrt war bereits ein wesentlicher Teil des Projekts. Sturm, Kälte und raue See zeigen einem schnell, wie klein man in dieser Umgebung ist. Das Expeditionsteam war vollständig in den Bordbetrieb integriert und übernahm Aufgaben in der Wachführung, bei Navigation und Segelmanövern.

Die Erlaubnis zur Anlandung mit dem Schlauchboot erhielten wir vom zuständigen Commander der Militärstation auf der Insel. Jan Mayen gehört zu den abgelegensten Orten der Erde. Es gibt keinen Hafen, keine Straßen und keine zivile Infrastruktur. Als wir endlich an Land gehen konnten, war das für mich ein ganz besonderer Moment.

 

Durch das Arktische Meer unterwegs nach Jan Mayen

 

32-Stunden-Tour und Abfahrt vom Vulkan in der Mitternachtssonne

Da behördlich kein Übernachten an Land erlaubt war, entwickelte sich die Besteigung des Beerenberg-Massivs zu einer langen und anspruchsvollen Unternehmung: Insgesamt dauerte die Tour rund 32 Stunden. Wir bewältigten etwa 2.400 Höhenmeter und 28 Kilometer bis zum Hauptgipfel sowie zusätzliche Höhenmeter entlang des Kraterrandes. Die kräftezehrende Anreise, der lange Zustieg vom Meer und die Länge der gesamten Unternehmung machten den Beerenberg zu einer echten Expedition.

Bei passenden Bedingungen gelang schließlich auch die Skiabfahrt vom Gipfel. Diese Kombination aus völliger Abgeschiedenheit, Mitternachtssonne und der Weite des Nordatlantiks bleibt unvergesslich. Dort draußen braucht es vor allem Geduld, Teamarbeit und Ausdauer.

 

Mit der erfolgreichen Besteigung des Beerenbergs verbanden wir Hochseesegeln, Expeditionslogistik und alpines Extrembergsteigen von der Weite des arktischen Meers bis hinauf zum Krater des nördlichsten aktiven Vulkans der Erde.

 

 

Verlockende Aussichten – unterwegs im Matsch

Zustieg bei Mitternachtssonne

Auf der Firnschneide zum Gipfel

Skiabfahrt vom Vulkan