Andreas Aschaber vollendet außergewöhnliche Sail-and-Ski-Expedition auf Jan Mayen
Der Tiroler Bergsteiger Andreas Aschaber hat ein außergewöhnliches Expeditionsprojekt erfolgreich abgeschlossen: Gemeinsam mit einem sechsköpfigen Team bestieg er den Beerenberg (2.277 m) auf der abgelegenen Arktisinsel Jan Mayen — den nördlichsten aktiven Vulkan der Erde. Die zu Norwegen gehörende Insel liegt rund 350 Seemeilen nördlich von Island und zählt zu den entlegensten Orten Europas. Bereits die Anreise wurde zur ersten Herausforderung.
Fünf Tage durch Sturm und hohe See
Die Expedition begann mit einer fünftägigen Hochseeüberfahrt an Bord eines eisverstärkten Expeditionsseglers durch die raue Arktische See. Hohe Wellen, starker Wind, Kälte, permanente Feuchtigkeit und Seekrankheit bestimmten den Alltag an Bord. „Die Überfahrt war bereits ein wesentlicher Teil des Projekts. Sturm, Kälte und raue See zeigen einem schnell, wie klein man in dieser Umgebung ist“, beschreibt Aschaber die Bedingungen auf dem offenen Ozean. Das Expeditionsteam war vollständig in den Bordbetrieb integriert und übernahm Aufgaben in der Wachführung, bei Navigation und Segelmanövern.
Die Erlaubnis zur Anlandung mit dem Schlauchboot erhielt das Team vom zuständigen Commander der Militärstation auf der Insel. „Jan Mayen gehört zu den abgelegensten Orten der Erde. Es gibt keinen Hafen, keine Straßen und keine zivile Infrastruktur. Als wir endlich an Land gehen konnten, war das für mich ein ganz besonderer Moment“, sagt Aschaber.
Durch das Arktische Meer unterwegs nach Jan Mayen
32-Stunden-Tour und Abfahrt vom Vulkan in der Mitternachtssonne
Da behördlich kein Übernachten an Land erlaubt war, entwickelte sich die Besteigung des Beerenberg-Massivs zu einer langen und anspruchsvollen Unternehmung: Insgesamt dauerte die Tour rund 32 Stunden. Das Team bewältigte etwa 2.400 Höhenmeter und 28 Kilometer bis zum Hauptgipfel sowie zusätzliche Höhenmeter entlang des Kraterrandes. „Die kräftezehrende Anreise, der lange Zustieg vom Meer und die Länge der gesamten Unternehmung machten den Beerenberg zu einer echten Expedition“, so Aschaber.
Bei passenden Bedingungen gelang schließlich auch die Skiabfahrt vom Gipfel: „Diese Kombination aus völliger Abgeschiedenheit, Mitternachtssonne und der Weite des Nordatlantiks bleibt unvergesslich. Dort draußen braucht es vor allem Geduld, Teamarbeit und Ausdauer“, resümiert Aschaber.
Verlockende Aussichten – unterwegs im Matsch
Zustieg bei Mitternachtssonne
Auf der Firnschneide zum Gipfel
Skiabfahrt vom Vulkan
Offen für jedes Abenteuer
Andreas Aschaber hat sich bereits mit seinem „Highpointer“-Projekt einen Namen gemacht. Dieses hat zum Ziel, alle 197 höchsten Landesgipfel der Erde erklimmen – 142 hat er mittlerweile erreicht. Auch sonst ist er für fast jedes Abenteuer aufgeschlossen, wie er bei der Jan-Mayen-Expedition unter Beweis stellte. Mit der erfolgreichen Besteigung des Beerenbergs verband er Hochseesegeln, Expeditionslogistik und alpines Extrembergsteigen zu einer außergewöhnlichen Gesamtleistung — von der Weite des arktischen Meers bis hinauf zum Krater des nördlichsten aktiven Vulkans der Erde.




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